Bachmann Fazit und Preise

Meine Reihenfolge

1. Lutz Seiler
2. Thomas Stangl
3. PeterLicht

Glaskugel „Preise“

1. Lutz Seiler
2. PeterLicht (+ Publikumspreis)
3. Jochen Schmidt
4. Jan Böttcher

Tatsächliche Preise

1. Lutz Seiler (Bachmann-Preis)
2. Thomas Stangl (Telefonanbieterpreis)
3. PeterLicht (3sat-Preis)
4. Jan Böttcher (Ernst-Willner-Preis)
5. PeterLicht (Publikumspreis)

Huch. Meine Reihenfolge war akkurater als die Glaskugel. Lutz Seilers Romananfang war nicht nur hinreißend, sondern das einzige Stück, das die Anmerkung „Weltliteratur“ verdient. Etwas enttäuscht bin ich, dass Jochen Schmidt leer ausging, positiv überrascht, dass Thomas Stangl den 2. Platz erobern konnte. Damit wurde ein Text ausgezeichnet, der ganz und gar nicht massenkompatibel ist. Corino trat natürlich wieder nach und bezeichnete die Wahl zwischen Thomas Stangl und PeterLicht als Wahl zwischen Pest und Cholera. Eine absolute Entgleisung.
PeterLicht holte sich wie zu erwarten war den Publikumspreis, Jan Böttcher den Ernst-Willner-Preis.
Da PeterLicht sich noch immer nicht zeigen mag, nimmt Wolfgang Farkas von Blumenbar die Urkunde kurz und schmerzlos in Empfang.

Anmerkungen zur Jury

Iris Radisch
Hatte für mich dieses Jahr ihr Jahr, auch wenn es zum offenen Schlagabtausch mit Corino kam. Früher hatte ich das Gefühl, ihr beim Denken zuzuhören. Dieses Jahr waren ihre Kritiken meist auf dem Punkt.

Karl Corino
Hat keine Lust mehr und wirkt wie ein Fremdkörper. Brachte etwas Aufregung hinein und bekam von Iris Radisch (zurecht) einen auf den Deckel.

Martin Ebel
Der Teddybär unter den Kritikern, farblos.

André Vladimir Heinz
Ich mag den Kerl, manche seiner Beiträge waren echte, etwas abgehobene Highlights. Eine wichtige Ergänzung.

Ursula März
Auch wenn ein Gentleman nicht genießt sollte er manchmal schweigen.

Ijoma A. Mangold
Toller Name, kein schlechter Auftritt.

Klaus Nüchtern
Hat mir sehr gefallen.

Ilma Rakusa
Sie geht etwas unter, ihre Kritiken meandern, am Ende weiß man oft nicht mehr, was sie eigentlich sagen wollte.

Daniela Strigl
Zuverlässig, blieb aber auch dieses Jahr unter ihren Möglichkeiten.


Fazit

Der dieses Jahr männerdominierte Bewerb war insgesamt OK. Lutz Seiler lieferte einen Text ab, der auf Weltliteratur-Niveau liegt. Ein Höhepunkt war auch die Geschichte und der gesichtslose Vortrag von PeterLicht, der aber mit Abstand etwas verliert. Peter Stangl war für mich eine Überraschung, weil ich diese Art Texte sonst nicht so schätze. Die Kritikerdiskussionen blieben meist etwas leblos, waren aber nicht so mäandernd selbstdarstellerisch und/oder arrogant wie in manchen Jahren zuvor. Insgesamt hat es Spaß gemacht, es war eine teilweise wilde und bunte Mischung verschiedener Textsorten. Es dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein, außer für ausschließliche Genre-Leser.
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